Künstliche Besamung

Besamungsstation oder Hengstenhalter

Bilder Künstliche Besamung

Anmerkung

Vor den Aufstieg der K.B. beschränkte die Aufgabe des Hengstinhabers sich auf die Kontrolle der Stute und ihre Beschälung durch den Hengst. Mit dem Aufstieg der K.B. müssen der Hengstinhaber und sein Personal über mehr Fertigkeiten verfügen: Sperma fangen, Besamung, Sterilisation des Labormaterials, Beurteilung der Spermaqualität, Verarbeitung des Sprunges zu Besamungsdosen, usw. Indem sie an Kursen für Hengstinhaber teilnehmen, die unter anderem an der Fakultät in Utrecht abgehalten werden, vervollkommnen die Hengstinhaber und ihr Personal sich in diesen Fertigkeiten.

In den meisten Stationen wird das Sperma am frühen Morgen gefangen. Es ist von Bedeutung, dass der Hengstinhaber vorher weiß, wie viele Dosen Sperma er an einem Tag braucht: im Zusammenhang mit der Kontinuität und der konstanten Spermaqualität decken die Hengste meistens I x am Tage. Das Sperma wird daraufhin verdünnt, und seine Qualität wird beurteilt. Danach wird der T.N.B.-Wert berechnet, und wird das Sperma gewaschen und erneut verdünnt, bis die verlangten Dosen erreicht werden. Das Sperma wird dann gekühlt versandt oder eingefroren.

NB. Wenn das Sperma versandt wird, muss jederzeit ein Begleitzettel beigefügt werden, in dem u.a. das Datum und der T.N.B.-Wert der Dosis erwähnt werden, sowie von welcher Station das Sperma stammt, welchen Hengst es betrifft, und wem es gesandt wird. (Tierarzt oder Besamungsstation)

WAS DARF MAN VOM HENGSTHALTER ODER DER BESAMUNGSSTATION ERWARTEN?

Man darf erwarten, dass der Hengsthalter oder die Besamungsstation (oder die Vertretung durch Friesengestüt Fan Fryslân)sich optimal dafür einsetzen, dass Ihre Stute trächtig wird. Meistens läuft eine Decksaison von März bis ungefähr ende August. Während dieser Periode darf man optimale Betreuung erwarten.

Hengsthalter & Eigentümer

Der Stuten-Eigentümer ist normalerweise derjenige, der den Wunsch liegt, dass seine Stute trächtig wird, obwohl es zu diesem Thema viele Varianten gibt, z.B. Lease-Konstruktionen oder das Züchten von Fohlen mit garantierten Fohlenpreisen. Der größte Teil dieser Züchter sind Liebhaber, die froh sind, wenn ihr Hobby nicht zu viel Geld kostet. Mit dem Verlust von immer mehr Grund für Landwirtschaftszwecke. wird dieses Hobby jedoch für viele immer teurer. Der Eigentümer legt den ganzen Weg zurück, angefangen bei der Hengstwahl, der Wahl der Hengststation und der eventuellen Begleitung durch den Tierarzt. Oft scheint es jedoch, wenn diese einzelnen Wahlen einmal getroffen worden sind, als ob der Einfluss des Eigentümers auf das Fortpflanzungsverfahren relativ gering ist. Der Hengsthalter ist der Sachverständige schlechthin. Er leistet oft Dienste, die das reine Liefern von Sperma weit überschreiten. Im Gegensatz zu den Stutenhaltern sind die meisten jedoch zu einem größeren oder kleineren Teil ihres Einkommens von der Hengsthaltung abhängig. Die Zucht würde jedoch wenig darstellen, wenn die Hengsthalter nicht gleichzeitig in großem Maße Einsatz und Liebhaberei mit einbringen würden. Es werden vor sehr verschiedenen Hintergründen und aufgrund sehr verschiedener Gründe Pferde gezüchtet. Der Hengsthalter (und der Tierarzt) haben es dann auch mit sehr unterschiedlichen Menschen zu tun. So vermisst der eine, wenn sein Pferd beim Hengsthalter steht, seine Stute schon nach einem Tag, während der andere vielleicht froh ist, dass sein Pferd mal eine Weile nicht bei ihm ist. Für alle Stuten gilt jedoch, dass sie einige Basisvoraussetzungen mitbringen müssen, wenn man zumindest mit einiger Wahrscheinlichkeit bei der Zucht Erfolg haben will:

  • Ausreichender Gesundheitszustand (inkl. Impfung gegen Influenza und Tetanus)
  • Ausreichender Futterzustand (nicht zu dick, nicht zu mager)
  • Die Stute muss über einen normalen Geschlechtsapparat verfügen, und sie muss zyklisch sein (d.h. sie muss regelmäßig rossig sein)
  • ist es für alle Beteiligten sehr angenehm, wenn die Stute vernünftig zu handhaben ist, d.h. dass sie ein Minimum an Erziehung mitbringt.

Die Rosse

Wie bereits gesagt, ist die Rosse die Periode, in der die Stute den Hengst zulässt. Im Winter zeigen die meisten Stuten keine Rossigkeit, während im Frühjahr und Herbst die meisten Stuten während einer unregelmäßig langen oder kurzen Zeit rossig sind. Es ist wichtig, dass der Stutenhalter seine Stute sorgfältig auf Zeichen von Rossigkeit hin beobachtet und vor allem ihr Befinden aufschreibt. Häufig kann man so die nächste Rosse schon vorhersagen. Auch ist an diesen Wahrnehmungen zuweilen abzuleiten, ob es sich um einen normalen oder einen anormalen Zyklus handelt (z.B. kann ein verkürzter Zyklus auf eine Gebärmutterentzündung hinweisen).

Dauer normaler Zyklus 20 bis 30 Tage (3 Wochen) dauer Rossigkeitsperiode 5 bis 7 Tage

Also, 14 bis 16 Tage nicht rossig.

Die Rosse ist durch eine Anzahl von körperlichen Merkmalen gekennzeichnet aber auch durch eine Anzahl von Verhaltensveränderungen. So kann jemand, der seine Stute gut kennt, oft auch ohne die Anwesenheit eines Hengstes erkennen, dass seine Stute rossig ist, z.B. die Stute wird lieber, sucht körperlichen Kontakt, wird auf der Weide unruhiger etc. Die einzige sichere Methode jedoch, um zu sagen, ob sich eine Stute in der Rosse befindet, ist sie mit einem Hengst in Kontakt takt zu bringen, das sogenannte Abprobieren, Hierfür kann man das potentielle Vatertier nehmen (natürlich nicht bei K.B.), aber auch einen willkürlichen (Pony) Hengst, der speziell für diesen Zweck gehalten wird. Ungeeignet sind Wallache, andere Stuten, zu kleine Ponyhengste, oder Ihr Tierarzt. Kein einziger Tierarzt kann mit 100%iger Sicherheit einen Probierhengst ersetzen. Das Abprobieren ist durchweg die Aufgabe des Hengsthalters.

Abprobieren - wie?

Das Abprobieren kann am sichersten ablaufen, indem man den Probierhengst so stellt, dass er nur mit dem Kopf zur Stute kann, z.B. über eine halbe Tür. Man bringt erst den Kopf der Stute zum Kopf des Hengstes und danach, bei Anzeichen von Rosse, das Hinterteil der Stute zum Kopf des Hengstes. Sehr rossige Stuten zeigen manchmal schon auf größerer Distanz Rossigkeitsverhalten. Es ist wichtig, dass man ihr die Zeit lässt, v.a. Stuten mit einem Fohlen und junge Stuten brauchen manchmal ein bisschen Zeit, um in Stimmung zu kommen,

Abprobieren - warum?

Es ist sehr wichtig, dass gut abprobiert wird und das aus den folgenden Gründen:

  • Das Decken einer nicht (gut) rossigen Stute kommt einer Vergewaltigung gleich.
  • Beim Decken einer nicht (gut) rossigen Stute wird die Stute nicht trächtig.
  • Die Gebärmutter einer nicht (gut) rossigen Stute hat eine sehr beschränkte Abwehr gegen Infektionen.
  • Nur die Gebärmutter einer optimal rossigen Stute hat einen Abwehrmechanismus gegen Bakterien, die ja mit jeder Deckung oder Besamung in die Gebärmutter gelangen. Wenn man also eine nicht (gut) rossigen Stute zwingt, bleibt bei dieser nicht nur die Trächtigkeit aus, sondern sie wird dadurch auch meistens noch verdorben.

Rossigkeitserscheinungen

Verhaltensveränderungen

Oft kann man auch ohne die Anwesenheit eines Hengstes bei einer rossigen Stute Verhaltensveränderungen erkennen, z.B. die Stute wird lieber, anhänglicher, unruhiger auf der Weide oder wiehert häufiger. Einzelne Stuten verändern sich so sehr von ihrem normalen Verhalten, dass sie nicht mehr zu reiten sind (halten selbst beim Treiben an).

Körperliche Merkmale

Die Vulva einer rossigen Stute ist angeschwollen, wobei ab und zu einem Sekret in Form von schleimigen Fäden zu sehen ist. Dieses Sekret muss absolut klar sein.

Reaktionen auf den Hengst

Stand

Eine gut rossige Stute bleibt in der Nähe eines Hengstes stehen, ab und zu breitbeinig, und senkt zuweilen die Hinterhand. Sie lässt sich an allen Körperteilen durch den Hengst beschnuppern oder beißen.

Blitzen

Eine rossige Stute öffnet und schließt rhythmisch die Schamlippen, wenn ein Hengst in ihre Nähe kommt das ist das sogenannte blitzen.

Urinieren

Eine optimal rossige Stute lässt vor dem Hengst ein kleines bisschen Urin laufen, Angenommen wird, dass, bevor der Eisprung stattfindet, dieses Urin nicht transparent und ein bisschen schleimig ist (wie Orangensaft) und dass nach dem Eisprung dieses Urin heller ist.

Abprobierprotokoll

Anhand der Ergebnisse des Abprobierens wird ein Protokoll erstellt. In diesem Protokoll werden die unterschiedlichen Phasen der Rossigkeit auf einer Skala von 0 (nicht rossig) bis 4 (optimal rossig) unterschieden. Durch die richtige Anwendung dieses Protokolls und bei ausschließlicher Deckung von optimal rossigen Stuten kann man durch gutes Abprobieren gute Ergebnisse erzielen.

Skala

  1. Stute weigert sich.
  2. Stute hat Interesse, weigert sich nicht.
  3. Stute blitzt und lässt den Hengst an ihre Flanken kommen.
  4. Stute zeigt schnell Interesse, lässt sich die Flanken ablecken, blitzt und lässt etwas Urin tropfen.
  5. Die Stute zeigt viel Interesse, stellt sich breitbeinig hin, blitzt und uriniert reichlich. Die Stute ist optimal rossig. Man macht hier den Unterschied zwischen transparentem Urin und trübern Urin. Trüber Urin bedeutet optimal rossig.

Die Fohlenrosse

Fast jede Stute wird ca. 10 Tage (variierend von 3 - 18 Tagen) nach dem Abfohlen wieder rossig. Es handelt sich hierbei um die sogenannte Fohlenrosse, Während dieser Zeit bilden die meisten Stuten auch ein schöner Follikel, und es findet fast immer ein Eisprung statt. Will man diese Fohlenrosse nutzen, dann ist es wichtig, dass sich die Gebärmutter ausreichend regeneriert hat. In der Regel sollte man Stuten, bei denen es Probleme mit dem Abgang der Nachgeburt gab oder Stuten, die eine schwere Geburt hatten, dann auch nicht sofort wieder während der Fohlenrosse "decken lassen- Bei älteren Stuten verläuft der Regenerierungsprozess langsamer. Deshalb wird auch empfohlen, Stuten, die älter als 12 Jahre sind, möglichst nicht während der Fohlenrosse zu decken. Eventuell kann der Tierarzt nach einer Untersuchung Auskunft über die Chancen, eine bestimmte Stute während der Fohlenrosse decken zu lassen, geben.

Abprobieren als Mittel der Trächtigkeitsdiagnose

Als Mittel zur Trächtigkeitsdiagnose ist das Abprobieren in hohem Maße unzuverlässig. Dabei ist insbesondere die Tatsache zu nennen, dass, im Durchschnitt die Dauer des Zyklussees bei den einzelnen Pferden erheblich variiert. Außerdem kann es passieren, dass ein Pferd schon 10 Tage nach der vorangegangenen Rosse wieder spontan rossig wird, so dass man sich hier sehr leicht verschätzen kann. Es kann auch vorkommen, dass eine trächtige Stute Rossigkeitserscheinungen zeigt.

Kosten

  • Die Kosten für Samen sind verschieden pro Hengst.
  • Sie haben dafür ein ganze Saison recht auf Samen, auch wenn Sie 5 x Samen brauchen.
  • Sie dürfen hiermit nur eine Stute besamen lassen und bekommen auch nur ein Deckschein.
  • Für jede Sendung werden Transportkosten verrechnet. Auch die können variieren.
  • Eiltransport per Flugzeug ist sehr teuer, außerdem müssen Sie die Samen selber vom Flughafen abholen.
  • Transport mit Spezialkurier beträgt ca. Euro 150,-
  • Einige Euro Besamungsstations übernehmen (max. 3x) ein Teil der Transportkosten.
  • Transport mit Normalkurier wird nicht empfohlen. (z.B. DHL oder EMS).
  • Auch werden in Zukunft die Kosten für Zertifizieren durch R.V.V. in rechnung gestellt (ca. Euro 40,-).
  • Weiter kommen die Kosten Ihre Tierarzt noch dazu, auch die sind sehr verschieden.
  • Die Samen können nur an Ihre Tierarzt oder Besamungsstation versandt werden.

Für weitere Informationen können Sie Kontakt aufnehmen mittels Email .

Telefon + 31 (0) 515 - 23 00 80

Mobil + 31 (0) 6 418 484 13

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