Künstliche Besamung

Sperma-Untersuchung der Friesenhengste

Bilder Künstliche Besamung

Bestimmungen des Untersuchs

In den Niederlanden haben die meisten Stammbuchorganisationen in ihre Körungsprozedur aufgenommen, dass ein für die Zucht einzusetzender Hengst auf seine Spermaqualität hin untersucht werden muss. Bei den Friesenhengsten geschieht das vor der Hengstkörung. So wird erreicht, dass ein Hengst, der zum Deckdienst zugelassen wird, über eine ausreichende Spermaqualität und -quantität verfügt. Auf diese Weise bekommen Stutenhalter eine sichere Garantie, dass fruchtbare, gekörte Hengste für die Zucht eingesetzt werden. Eine vollständige Garantie kann nicht gegeben werden, schliesslich ist es nicht so, dass ein Hengst, der über gutes Sperma verfügt, immer gut befruchten wird, denn da spielen mehrere Dinge eine Rolle.
Die Spermaqualität und -quantität wird durch viele Faktoren beeinflusst;

Weiter hat sich herausgestellt, dass die Spermaqualität teils erblich bedingt ist. Das bedeutet, dass man allgemein festhalten kann, dass Hengste mit guter Spermaqualität diese an ihre Söhne weitergeben. Besonders in kleinen Populationen, wie das bei den Friesen der Fall ist, ist es notwendig, mit Hengsten zu züchten, die über eine gute Spermaqualität verfügen.

Was wird nun bei der Spermauntersuchung getan?

Zuerst einmal wird das Pferd identifiziert, denn wir müssen wissen, mit welchem Pferd wir es zu tun haben. Zum jetzigen Zeitpunkt werden die angebotenen Friesenhengste fast alle einen Chip haben. Danach wird gefragt, ob der Hengst schon gedeckt hat und, wenn dies der Fall ist, wie lange es schon her ist, dass er zum letzten Mal gedeckt hat. Wenn er nämlich am Tag vor der Spermauntersuchung gedeckt hat dann könnte er (zu) wenig Samenzellen liefern. Deshalb ist es ratsam, in den letzten 5 Tagen vor der Spermauntersuchung den Hengst nicht mehr decken zu lassen. Aber es ist doch sinnvoll, wenn er schon einmal geübt hat. Weiterhin wollen wir wissen, ob der Hengst krank gewesen ist, denn das kann einen nachteiligen Einfluss auf die Sperma-qualität haben. Wenn ein Hengst krank war, kann es manchmal schon zwei Monate dauern, bevor die Qualität seines Spermas wieder gut ist. Der äußere Geschlechtsapparat wird auf das Vorhandensein von Andersartigkeiten untersucht, die Grösse der Hoden (Spermaproduktion) wird gemessen (Länge und Breite), und die Festigkeit der Hoden sowie die Grösse und Festigkeit der Nebenhoden (Lagerung von Sperma) wird bestimmt. Je grösser die Hoden, desto mehr Samenzellen können produziert werden. Die Hoden wachsen, bis der Hengst ca. 7 Jahre alt ist. Die Hoden sollen sich auch fest anfühlen, Schwäche kann auf ein spätes Runterkommen der Hoden oder Unterentwicklung hinweisen, und dort wird dann oft ungenügendes Sperma produziert.

Deckung

Bei der eigentlichen Spermauntersuchung springt der Hengst auf ein Kunstpferd (Phantom), während er eine rossige Stute sieht. Das Ejakulat wird in einer warmen Kunstvagina aufge-fangen. Der Hengst muss 2 Mal decken mit einer ca. einstündiger Unterbrechung, um ein angemessenes zuverlässiges Bild seiner Spermaqualität zu erhalten. Das gewonnene Ejakulat wird gefiltert und danach auf Menge (Volumen) und Farbe (Decke, Samenzellenkonzentration) beurteilt. Die Beweglichkeit des Spermas, dem Verdünner zugefügt wird, wird mit Hilfe eines aufgewärmten Mikroskops beurteilt. Im Labor wird bestimmt, wie viele Samenzellen (Quantität) im Ejakulat vorhanden sind. Es wird ein gefärbtes Präparat angefertigt, um den Bau der Samenzellen (Qualität) zu beurteilen. Die Anzahl Samenzellen im Ejakulat, das normal beschaffen ist und sich gut bewegt (TNB), wird berechnet und über 2 Ejakulate gemittelt.
Das Friesch Paarden-Stamboek bestimmt selbst, welche Hengste für die Zucht eingesetzt werden, wobei der Spermaqualität Rechnung getragen wird. Das Friesch Paarden-Stamboek findet, dass ein Hengst, wenn er gekört werden soll, eine durchschnittliche Beweglichkeit und einen normalen Bau der beweglichen Samenzellen von 50% oder mehr haben muss. Die 3-jährigen Hengste müssen im Durchschnitt mindestens 600 Millionen TNB haben und die 4-jährigen oder älteren Hengste mehr als 1 Milliarde TNB, um zur Hengstkörung zugelassen zu werden. Eine Studie an der Uni in Utrecht, über die gemittelten Werte der Spermaparameter der Friesenhengste, ist wie folgt erfasst: Die Ergebnisse waren für die 3-bzw. 4Jährigen: Volumen 48 und 58 ml, Konzentration in Millionen per ml 188 und 147, Beweglichkeits-prozentsatz (%) 63 und 66, Anzahl normal gebauter Samenzellen der Lebenden (%) 54 und 57 und TNB (Millionen) 2.585 und 2.598. Ca. 30% der Hengste, die untersucht wurden, erfüllten die an das Sperma gestellten Anforderungen des Stammbuchs nicht. Bei den KWPN-Hengsten fallen weniger als 10% raus, während dort die Grenze bei 2 Milliarden TNB liegt durch zuchttechnische Maßregeln würde es möglich sein, die Spermaqualität bei den Friesenhengsten zu verbessern. Während der Decksaison wird das Sperma der Friesendeckhengste auf Gesuch des Friesch Paarden-Stamboek regelmäßig durch den Gesundheitsdienst für Tiere kontrolliert, um so eine gute Qualität zu gewährleisten.
Bei der Fruchtbarkeit spielen auch Hormone, Stoffe, die durch eine Art Drüsen gebildet werden und andere Organe stimulieren oder bremsen können (z.B. Hoden), eine Rolle. Bei Untersuchungen hat sich ebenso herausgestellt, dass Friesenhengste eine andere Geschlechtshormon-Konzentration haben als Warmbluthengste. Es ist möglich, dass dies Einfluss auf die Fruchtbarkeit des Hengstes hat, da das hormonelle Muster des Friesenhengstes mit dem übereinstimmt, was in Amerika bei weniger fruchtbaren Hengsten gefunden worden ist.

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